Eine uralte Frage: Sind wir alleine?

Bereits in antiker Vorzeit und im Mittelalter gab es Sichtungen von Lichterscheinungen am Himmel und dies setzte sich bis in unsere Zeit fort. Ufo-Sichtungen sind heute ein Phänomen, was immer größer wird. Obgleich scharfe Bilder von solchen Erscheinungen bisher nie gelungen sind. Die zugrundeliegende Frage dabei ist: Sind wir allein im Universum?

Die Erforschung des Weltraums geht vor allem auch dieser Frage nach. So suchen die Rover auf dem Mars nach Spuren von einstigem Leben. Dies wird ebenfalls die Hauptaufgabe der europäischen ExoMars-Mission sein. Und wir untersuchen fremde und weit entfernte Sonnensysteme mit Hilfe verschiedener Teleskope und können mittlerweile solche Systeme auf viele Lichtjahre hinweg sogar sichtbar machen. Wie z.B. im Beitragsbild, welches eine Staubwolke um den Stern Formalhaut zeigt und sogar einen Planeten abbildet (rechts, unterhalb der Mittellinie des Bildes). Oder auch das untige Bild, das den 1200 Lichtjahre entfernten Stern CVSO 30 im Sternenbild Orion zeigt und einen Begleitplaneten.

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CVSO mit einem seiner Planeten (links) (Bild: ESO).

Die Voyager-Sonden hatten Plaketten dabei, die Außerirdischen einen Eindruck unseres Sonnensystems geben sollten – für den Fall, dass die Sonde irgendwann einmal eine Begegnung mit Außerirdischen haben sollte.

Das SETI-Programm sucht bereits seit vielen Jahrzehnten nach Beweisen für Außerirdische Zivilisationen, z.B. in Form von Radiosignalen, aber bisher erfolglos. Belastbare Nachweise für eine außerirdische Existenz blieben insgesamt aus. Aber könnte es denn sein, dass es weitere Zivilisationen gibt? Könnte es sein, dass sie uns sogar besuchen?

Die Drakegleichung versucht anhand von statistischen Faktoren eine Abschätzung für die Zahl solcher Zivilisationen zu liefern – allerdings sind einige dieser Faktoren völlig unbekannt. Immerhin kennen wir bisher nur einen Fall in dem intelligentes Leben auf einem Planeten entstanden ist. Wenn es aber noch weitere Spezies geben sollte, wieso haben wir dann noch nichts von ihnen gehört? Bedenkt man, wie lange wir ungefähr z.B. Radiosignale auffangen können, die einen Hinweis auf Zivilisationen geben können, so sind dies nicht einmal einhundert Jahre. Also unsere Reichweite was dies angeht beträgt nicht einmal 100 Lichtjahre. Geht man von einem Durchmesser der Milchstraße, unserer Heimatgalaxis, von 100,000 Lichtjahren aus, so ergibt sich eine projizierte Fläche von ungefähr knapp 8 Milliarden Quadratlichtjahren. Da wiegen die knapp 32,000 Quadratlichtjahre, die wir bisher „abhören“ konnten, nicht besonders viel.

Man kann sich der Frage auch anders nähern. Gibt es überhaupt die Möglichkeit für Leben in der Milchstraße? Wir selbst sind ein Beispiel dafür, aber es müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit Leben möglich ist. Ähnlich wie es in einem Sonnensystem eine habitable Zone gibt, so lässt sich eine solche auch für unsere Galaxis definieren. Die ist der Ort wo die Sternenentstehungsrate niedrig genug ist, um benachbarte Planeten nicht zu großer Strahlung auszusetzen, die z.B.  bei Supernovaexplosionen, die vermehrt in solchen Gebieten auftreten, entsteht. Ebenso braucht es ausreichend schwere Elemente, welche vornehmlich im Zentrum einer Galaxis entstehen. Auf diese Weise lässt sich ein maximaler und minimaler Radius berechnen, in dem Leben möglich ist. Aber auch solche Berechnungen sind vor allem Abschätzungen.

Ebenso stellt sich die Frage, ab wann kann eigentlich Leben entstanden sein? Leben braucht bestimmte Bausteine. Alle Elemente, die über Wasserstoff hinausgehen, entstehen durch die Kernfusion im Inneren der Sterne, bzw. alles was schwerer ist als Eisen (also mehr Teilchen im Kern enthält) sogar nur durch Supernovae und andere vergleichbare Prozesse (warum erkläre ich einmal später). Es brauchte eine gewisse Zeit, bis genügend große Sterne entstanden waren und in ausreichender Zahl, um diese Elemente zu erzeugen. Man schätzt heute, dass Leben nicht älter als 5 Milliarden Jahre sein kann. Jünger als 3,5 Milliarden Jahre ebenfalls nicht, denn da entstand das Leben auf der Erde.

Und da könnte genau das Problem liegen. Eventuell sind wir einfach eine der ersten Spezies die überhaupt entstanden sind und es gibt keine große Zahl von Zivilisationen. Blickt man sich um und stellt fest, wie wir aufgrund unseres Energiebedarfs und der Menge an Lebensraum, die wir benötigen, mit unserem Ökosystem umspringen, kann man auch zu dem Schluss kommen, dass nicht alle Spezies, die einen technologischen Stand wie den unseren erreichen, diesen überleben. Vielleicht scheitern Spezies regelmäßig an dieser Hürde – es wird sich erst im Laufe der Zeit zeigen, ob dies bei uns ebenso ist.

Die Frage stellt sich aber auch: Wieso sollten sie uns besuchen? Es wäre sehr aufwendig in das Innere des Sonnensystems zu reisen und der Nutzen wäre gering. Geht man von einer Ankunft am Sonnensystem ohne Überschussgeschwindigkeit aus, so hat das Raumfahrzeug auf Erdbahn eine Geschwindigkeit von 42 km/s. Auf Erdhöhe dürfte es aber nur noch ca. 30 km/s haben. Es müsste also eine Energie von m/2*v^2 abbauen, in diesem Fall wäre dies pro kg eine Energiemenge von 72 Millionen Joule. Für eine Masse von 1000 Tonnen wäre dies die Energiemenge, die bei der Explosion der Hiroschimabombe freigesetzt wurde. Diese Energiemenge muss aber auch bereitgestellt und mittransportiert werden und die gleiche Menge ist erforderlich, um die Erdbahn und das Sonnensystem wieder zu verlassen. Ein UFO, was so groß wie die Titanic ist, also keinesfalls riesig, müsste also alleine für diesen An- und Abflug eine Energiemenge von 140 Hiroschimabomben bereitstellen. Der interstellare Transfer ist dabei noch gar nicht eingerechnet und würde dies noch um ein Vielfaches übersteigen. Abgesehen von den ohnehin langen Flugdauern, die sich aus den großen Entfernungen ergeben. Wir können wie eben erwähnt ungefähr 100 Lichtjahre  weit „horchen“ und haben dort nichts Auffälliges feststellen können. Aber selbst wenn es eine Spezies innerhalb dieses Radius gäbe, die interstellar reisen kann und vielleicht sogar mit halber Lichtgeschwindigkeit (das Erreichen der Lichtgeschwindigkeit ist physikalisch nicht möglich), so wäre die Reisedauer für eine Strecke noch immer 200 Jahre. Hin- und zurück immerhin 400 Jahre. Nur um uns „Hallo“ zu sagen? Eher unwahrscheinlich. Wenn es Spezies gibt, die dazu in der Lage sind, dann werden wir ihnen nichts zu bieten haben, um diese zu tun. Ressourcen im äußeren Sonnensystem wären da viel interessanter (z.B. Wasser und Gaseise).

Als persönliche Meinung wäre ich sehr überrascht, wenn wir die einzige Zivilisation im Universum oder auch unserer Galaxis wären. Allerdings halte ich es für ausgeschlossen, dass wir besucht wurden oder besucht werden. Ein Szenario einer interstellaren Umwelt, die angefüllt ist mit sich austauschenden Außerirdischen, halte ich für ausgeschlossen. Es sei denn es gibt fundamentale Naturgesetze, die wir noch nicht kennen und die es erlauben kosmische Distanzen schnell und energiesparend zu überbrücken.

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